Einladung: Offenes Seebrücke-Plenum Bochum

Dienstag, 16. Oktober 2018 um 19:00
im botopia.raum9 in der
Griesenbruchstr. 9, Bochum

SEENOTRETTUNG IST KEIN VERBRECHEN!
BOCHUM ZUM SICHEREN HAFEN!

Zum Bochumer #Seebrücke-Plenum sind alle herzlich eingeladen – egal, ob ihr schon aktiv wart, oder gerne aktiv werden wollt!
Kommt vorbei und werdet Teil der Bewegung!

Denn nach der großen Bochumer Seebrücke-Demo geht es weiter: Auf diesem Treffen beraten wir darüber, wie genau wie weiter Druck für unsere Forderungen machen wollen, und wie wir uns zukünftig organisieren. Neue Aktionsideen sind genauso Thema wie unsere Strategie in Bezug auf unsere Forderungen an den Rat der Stadt Bochum.

Facebook-Veranstaltung: Offenes Seebrücke-Plenum Bochum

Seebrücke Bochum:
Im Gespräch mit Geflüchteten aus Guinea.
Wir wollen leben!


„In Deutschland wird sehr viel über Geflüchtete geredet, aber sehr selten haben sie die Gelegenheit für sich selber zu sprechen.“
Ulla Rothe (Treffpunkt Asyl Bochum) im Gespräch mit Geretteten bei unserer Abschlusskundgebung:
Kaba, Mohamed, Hamza und Mohamed kommen aus Conakry, der Hauptstadt der Republik Guinea. Sie sind geflüchtet, weil es in ihrem Herkunftsland korrupte Politiker, keine demokratischen Strukturen und keine lebenswerte Zukunft für die Mehrheit der Bevölkerung gibt. Sie haben lange und beschwerliche Wege hinter sich. Sie haben den Weg durch die Wüste bis nach Libyen und die Fahrt über das Mittelmeer überlebt und in Bochum über ihre Situation berichten. Angekommen in Deutschland leben sie auch hier mit einem ungesicherten Aufenthaltsstatus und der Angst vor der Abschiebung in ein Land, in dem sie politischer Verfolgung ausgesetzt sind.

Udo Siefen: In was für einem Land leben wir?


„Ich hätte nie gedacht, dass ich mal auf die Straße gehen muss, um dafür zu demonstrieren, dass man Menschen nicht einfach ertrinken lässt.“ Udo Siefen von der zivilen Seenotrettungsorganisation Sea-Watch sprach am 6. Oktober 2018 auf unserer Abschlusskundgebung der großen Demonstration – Seebrücke Bochum: Stoppt das Sterben! 5.500 Menschen nahmen teil.

Udo Siefen hat uns freundlicherweise sein Redemanuskript zur Verfügung gestellt. Wir danken ihm für seine eindrückliche Rede, die unsere Herzen und den Verstand berührt hat. „Udo Siefen: In was für einem Land leben wir?“ weiterlesen

Christiane Conradt: Der „Gesang der Vögel“

Die Cellistin Christiane Conradt spielte am Samstag auf der Seebrücke-Bochum den „Cant dels Ocells“, den „Gesang der Vögel“ von Pau Casals, jenes katalanische Volkslied, dessen schwermütige Melodik zum Inbegriff der heimwehkranken spanischen Flüchtlinge geworden ist, die vor dem faschistischen Franco-Regime fliehen mussten. Zugleich hoffnungsvoll für die Sehnsucht nach Freiheit und  Frieden.

Gerettete auf der Seebrücke Demo:
Gemeinsam für eine solidarische Welt
ohne Grenzen und Rassismus!

In Deutschland wird viel über Geflüchtete geredet, aber eine eigene Stimme bekommen sie selten. Für das Seebrücke-Bündnis in Bochum war es wichtig, authentische Berichte von Geflüchteten, Geretteten als Zeitzeugen von Flucht und Migration in das Programm einzubinden. Vier Geflüchtete – Kaba, Hamza und zwei mit dem Namen Mohamed, – gestalteten einen Redebeitrag im Rahmen des Bühnenprogramms. Sie kommen aus der Republik Guinea mit der Hauptstadt Conakry. Sie sind geflüchtet, weil es in ihrem Herkunftsland keine demokratischen Strukturen, korrupte Politiker  und keine lebenswerte Zukunft für die Mehrheit der Bevölkerung gibt. „Gerettete auf der Seebrücke Demo:
Gemeinsam für eine solidarische Welt
ohne Grenzen und Rassismus!“
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5.500 Menschen bekennen Farbe:
Solidarität statt Rassismus!

Wir sind begeistert und froh! 5.500 Menschen haben in Bochum bei der Demonstration – Seebrücke Bochum: „Stoppt das Sterben! Gegen die Kriminalisierung der Seenotrettung, für sichere Fluchtwege“ und auch dafür demonstriert, dass Bochum mehr Verantwortung in dieser humanitären Krise übernimmt!
Wir sagen *Dankedankedanke* an alle, die am Samstag aktiv dabei waren – auf der Straße, auf den Bühnen und im Hintergrund! Ihr seid großartig!

Film: IUVENTA
Seenotrettung – Ein Akt der Menschlichkeit

Eine Gruppe junger engagierter Menschen gründet im Herbst 2015 in Berlin die Initiative Jugend Rettet e.V. Über eine Crowdfunding-Kampagne kaufen sie einen umgebauten Fischkutter und taufen ihn auf den Namen „Iuventa“. Im darauffolgenden Jahr startet ihr Schiff zu seiner ersten Mission und schließt sich den Schiffen verschiedener NGOs, der italienischen Küstenwache sowie der Marine an.

Nach fast zwei Jahren Einsatz und ca. 14.000 auf hoher See geretteter Menschen wurde im August 2017 das Schiff plötzlich beschlagnahmt und von den italienischen Behörden in Lampedusa festgesetzt. Seitdem kursiert u.a. der Vorwurf der Kooperation mit Schlepperbanden. Eine Anklage ist jedoch bis heute nicht erfolgt. Die bewegende Geschichte wurde von Regisseur Michele Cinque festgehalten. Über ein Jahr lang verfolgt der Film das Leben der jungen Protagonist*innen, fängt die gesamte Spanne der Mission ein, beginnend mit dem Moment, in dem sie in See stechen und ihr unglaubliches Vorhaben wahr wird, bis zu dem Punkt, an dem dieser mit der politischen Realität kollidiert.

Im Anschluss findet ein Filmgespräch mit JUGEND RETTET statt. In Kooperation mit dem Bahnhof Langendreer, Jugend Rettet und Treffpunkt Asyl Bochum.

Karten können unter service@endstation-kino.de reserviert werden.

http://www.iuventa-film.de/

Unsere Farbe ist Orange!
Bochum bekennt Farbe!

Gegen das Sterben,
für eine solidarische Stadt

Über einhundert Organisationen rufen zur Bochumer Seebrücke-Demo am 6.10. auf

Es ist eine Zahl, mit der im Vorfeld kaum jemand gerechnet hat: Mittlerweile unterstützen über einhundert Bochumer Vereine, Initiativen und Organisationen den Aufruf „Seebrücke Bochum: Stoppt das Sterben im Mittelmeer und in der Wüste“. Gemeinsam rufen sie dazu auf, am Samstag, den 6. Oktober für sichere Fluchtwege und für eine Entkriminalisierung der Seenotrettung zu demonstrieren – und für ein solidarisches Bochum, das bereit ist, Geflüchtete aufzunehmen.

„Wir sind begeistert und bewegt, wie viele Bochumerinnen und Bochumer sich für die internationale Seebrücke-Bewegung engagieren“, sagt Melanie Maier (DGB) aus dem Organisationskreis. „Die tödlichen Folgen der europäischen Abschottungspolitik lassen viele Menschen in unserer Stadt nicht kalt. Es gab bereits Infostände auf mehreren Stadtteilfesten, Verteil-Aktionen von vielen tausend Flugblättern und auch kreative Aktionen. Am Samstag werden wir jetzt gemeinsam ein deutliches Zeichen setzen – und zwar ausdrücklich auch dafür, dass Bochum mehr Verantwortung in dieser humanitären Krise übernimmt.“

Ablauf der Demonstration und Kundgebung:

Mit Samba-Rhythmen werden die am Hauptbahnhof ankommenden Demonstrant*innen ab 11 Uhr von der Marchingband aus Duisburg empfangen.

Um 11:30 Uhr begrüßt Stefan Marx (Sprecher Bochumer Bündnis für Arbeit und soziale Gerechtigkeit/Geschäftsführer DGB Ruhr-Mark) die Versammlung. Unter dem Motto „Ich bin mit meiner Initiative heute hier, weil…“ werden Mitglieder des Bochumer Seebrücke-Bündnisses in kurzen Statements die vielfältigen Gründe präsentieren, warum sie sich an der Demo beteiligen. Folgende Initiativen werden sprechen: Begegnungscafé lysA, Internationale Frauengruppe Bochum, Arbeitsgemeinschaft der evangelischen Jugend, Netzwerk Stadt für alle, Botopia, VVN-BdA, Medizinische Flüchtlingshilfe, Kinder- und Jugendring, DGB-Hochschulgruppe, IFAK, DPSG, Here in Bochum, Bochumer Bündnis gegen Rechts, Neu in Deutschland, Mieterverein, Treffpunkt Asyl, WorldBeatClub, Antifaschistisches Cafe, KostNixLaden, Bochumer Forum für Antirassismus und Kultur.

Anschließend startet der Demonstrationszug lautstark durch die Bochumer Innenstadt, begleitet von der Trommelgruppe des WorldBeatClub und der Samba-Gruppe Marchingband sowie einem Lautsprecherwagen. Die Demo-Route verläuft vom Bochumer Hauptbahnhof über die Massenbergstraße bis zum Rathaus. Von dort geht es bis zum Husemannplatz und dann in die Huestaße bis zum Dr.-Ruer-Platz (siehe Karte der Demo-Route).

Kundgebung
auf dem Dr.-Ruer-Platz:
Reden, Kultur, Interviews

  • Gemeinsam werden Nicky Ulrich (Rosa Strippe e.V./Initiativkreis Flüchtlingsarbeit) und Stefan Marx (Bochumer Bündnis für Arbeit und soziale Gerechtigkeit/DGB Ruhr-Mark) die Kundgebung auf dem Dr.-Ruer-Platz moderieren und die Forderungen des Bochumer Seebrücke-Bündnisses vorstellen.
  • Der Aktivist Udo Siefen engagiert sich bei Sea-Watch e.V., einer gemeinnützigen Initiative, die sich der zivilen Seenotrettung von Flüchtenden verschrieben hat. Angesichts der humanitären Katastrophe mit Tausenden von Toten im Mittelmeer entstand 2014 die Idee für das Projekt Sea-Watch. Mithilfe von zahlreichen ehrenamtlichen Aktivist*innen, die das Projekt in Deutschland aufbauten oder als Crewmitglieder seit Juni 2015 im Mittelmeer zwischen Libyen und Italien mitfuhren, ist es der Initiative gelungen, 37.000 Menschen effektiv zu retten.
  • Christiane Conradt

    Die Cellistin Christiane Conradt arbeitete bis zu ihrer Pensionierung bei den Bochumer Symphonikern. Nun lebt sie ihre Leidenschaft, die Musik, in ihrem Projekt Rottstr5 H.O.F. weiter. Sie wird den „Cant dels Ocells“ spielen, den „Gesang der Vögel“ von Pau Casals, jenes katalanische Volkslied, dessen schwermütige Melodik zum Inbegriff der heimwehkranken spanischen Flüchtlinge geworden ist.

  • Ulla Rothe (Treffpunkt Asyl) im Gespräch mit Geretteten: Mohamed, Hamza und Mohamed kommen aus Conakry, der Hauptstadt der Republik Guinea. Sie sind geflüchtet, weil es in ihrem Herkunftsland korrupte Politiker, keine demokratischen Strukturen und keine lebenswerte Zukunft für die Mehrheit der Bevölkerung gibt. Sie haben lange und beschwerliche Wege hinter sich. Sie haben den Weg durch die Wüste bis nach Libyen und die Fahrt über das Mittelmeer überlebt und werden in Bochum über ihre Erlebnisse berichten. Angekommen in Deutschland leben sie auch hier mit einem ungesicherten Aufenthaltsstatus und der Angst vor der Abschiebung in ein Land, in dem sie politischer Verfolgung ausgesetzt sind.

Abschlusskonzert mit
United Voices & WorldBeatClub:

Exklusiv für die Seebrücke Bochum einstudiert!

WorldBeatClub
WorldBeatClub

Gemeinsam gestalten der Chor United Voices in Bochum unter der Leitung von Ulrike Schubert, die Trommler*innen des WorldBeatClubs sowie Santos Raj Gurung, Asli Bulat, Yalcin Karakus, Tarik Thabit, Nahed AL Essa (syrische Schriftstellerin), Bernd Vössing und Tobias Bülow ein halbstündiges Programm, das gleichermaßen die Herzen und Tanzbeine ansprechen und Brücken zwischen den Kulturen bauen wird.  Zugleich ist das Konzert der musikalische Abschluss der Kundgebung.

United Voices
United Voices

Das Abschlusskonzert wird gefördert von “ Interkultur Ruhr “ :

Demo-Route

Um 11:30 Uhr startet unsere Auftaktkundgebung am Bochumer Hauptbahnhof.
Die Demo-Route – kurz und knackig – verläuft vom Bo-HBF über die Massenbergstraße bis zum Rathaus. Von dort bis zum Husemannplatz und links einbiegend in die Huestaße. bis zum Dr.-Ruer-Platz zu unserer Abschlußkundgebung.
Weitere Infos zum Ablauf (Aktionen, Reden, Kultur & Musik) folgen bald.

Die Karte als PDF-Datei.